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pte090121006 Medien/Kommunikation, Politik/Recht |
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Elternkontrollen im Netz schwer umsetzbar
Online-Schutz von Kindern bringt neue Probleme
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| Online-Jugendschutz gestaltet sich kompliziert (Foto: ikeepsafe.org) |
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New York
(pte/21.01.2009/08:00) -
Die Umsetzung von Online-Sicherheitsvorkehrungen für Kinder gestaltet sich schwierig und wirft neue Fragen zu Daten- und Jugendschutz sowie kommerziellem Missbrauch auf. Vergangene Woche hatte die US-amerikanische Internet Safety Technical Task Force einen Bericht veröffentlicht, wonach die Bedrohungen aus dem Netz häufig überschätzt werden (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=090114022) und sexuelle Übergriffe kein allzu großes Problem darstellen. Dennoch bedarf es angemessener Sicherheitsmaßnahmen bzw. elterlicher Kontrollen, um das Surfen für Kinder und Jugendliche möglichst gefahrlos zu halten. Wie auch in dem Bericht deutlich wird, gibt es bislang keine umfassende technische Lösung, die die Sicherheit von Minderjährigen im Umfeld von sozialen Netzwerken und Online-Communitys gewährleistet.
Technologien, die das Alter und die Identität der Kinder überprüfen, finden in der Diskussion derzeit den breitesten Konsens in der Politik, berichtet Larry Magid von Cnet, der als Vertreter der Organisation ConnectSafely http://www.connectsafely.org auch in der Task Force mitgearbeitet hat. Einige der vorgeschlagenen Altersverifizierungssysteme würden allerdings den Zugang auf Schulakten erfordern. Die meisten diskutierten Maßnahmen basieren auf der Einbindung der Eltern und deren Zustimmung zur Nutzung von Seiten wie MySpace und Facebook. Dadurch würden neben der beabsichtigten Sicherheit gleichzeitig auch neue Probleme entstehen. So ist es im Netz zunächst einmal nicht ganz einfach, festzustellen, ob sich gerade tatsächlich ein Elternteil bei einem bestimmten Dienst anmeldet oder es sich doch um das Kind selbst handelt. Hinzu kämen Datenschutzfragen und der mögliche Missbrauch von Schülerakten zu kommerziellen Zwecken, warnt etwa Marsali Hancock, Präsidentin von iKeepSafe http://ikeepsafe.org.
Aber selbst wenn Altersabfragen eingeführt werden, wird das um sich greifende Cyberbullying, das laut Bericht ein Hauptproblem für Jugendliche im Netz darstellt, dadurch nicht bekämpft. Eine Zunahme des gegenseitigen Mobbings unter Kindern bestätigt auch Katja Knierim, Projektleiterin Chats & Communitys bei der Initiative jugendschutz.net http://www.jugendschutz.net, gegenüber pressetext und erklärt: "Es ist auch möglich, dass sich ein Täter unter der Identität des Opfers anmeldet und in dessen Namen Unwahrheiten verbreitet." Hier hätten die Anbieter Möglichkeiten, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem sie zum Beispiel Mobbing-Fälle konsequenter ahnden und Inhalte wie Bilder und Videos im Vorfeld prüfen würden, so Knierim weiter.
Ein weiteres Problem ortet Magid im sozialen Umfeld der Kinder. ConnectSafely habe festgestellt, dass jene Minderjährigen, die dem höchsten Risiko ausgesetzt sind, gleichzeitig meist auch aus einem Elternhaus stammen, in dem sich die Erziehungsberechtigten ohnehin nicht um das Wohl der Kinder kümmern und sich bei technischen Sicherheitssystemen gar nicht erst anmelden würden. Außerdem gebe es Eltern, die aus den unterschiedlichsten Gründen den Zugang zu sozialen Netzwerken ganz bewusst und kategorisch verbieten. Das wiederum könnte negative Rückwirkungen auf die Kinder haben, die auf den ersten Blick gar nicht in Betracht gezogen werden. So wenden sich zum Beispiel viele Jugendliche in den USA direkt über Facebook und MySpace an die National Suicide Prevention Lifeline und bekommen so Hilfe vermittelt, auf die sie anders vielleicht gar nicht gestoßen wären.
(Ende)
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