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Gründer der suchhotline.de setzt Verzweiflungstat
Engagement für Flüchtlinge endet mit Selbstmord

Berlin (pte) (pte/28.10.1999/08:00) - Mit einer Verzweiflungstat bei n-tv hat Christoph Kastius, 22-jähriger Gründer des Internet-Suchdienstes http://www.suchhotline.de kürzlich auf seine Finanzprobleme aufmerksam gemacht. Vergeblich. Nun hat er seinem Leben ein Ende gesetzt. Die Todesnachricht kam von einem Mitarbeiter der Suchhotline.

Kastius ist in der letzten Zeit wegen Schulden bei der deutschen Telekom in Bedrängnis geraten. Die Telekom drohte, die zur Zeit des Kosovo-Krieges gegründetet Suchhotline wegen nichtbezahlter Telefonrechnungen in der Höhe von rund 50.000 Schilling abzudrehen. Suchhotline.de hat geholfen, tausende Flüchtlinge aus dem Kosovo zusammenzuführen und ist auch nach dem Erdbeben in der Türkei aktiv geworden, damit Familien wieder zusammenfinden.

Der Student hatte auf verschiedene Art und Weise versucht, es nicht so weit kommen zu lassen. Zuletzt hatte er sich Anfang Oktober beim Nachrichtensender n-tv vor laufender Kamera eine Pistole an die Schläfe gehalten und ein Gespräch mit Telekomchef Ron Sommer verlangt. Stattdessen wurde er von einem Sondereinsatzkommando der Polizei festgenommen. Seine Entschuldigung stieß auf taube Ohren, n-tv erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Nötigung.

Dabei glaubt sich Kastius im Recht. Der Tempelhofer Bürgermeister Dieter Hapel (CDU) hatte 1.000 Mark gespendet. Da habe ihn der Berliner Pressesprecher der Telekom, Bernhard Krüger, angerufen und zugesagt, die letzte Rechnung zu übernehmen. Bei früheren Spendengesuchen im Vorzimmer Ron Sommers war er "auf taube Ohren gestoßen". (oejc) (Ende)



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