pte20240508001 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Rote Lichtimpulse sollen Nerven regenerieren

Erste Fortschritte laut Forschern der University of Birmingham schon nach fünf Bestrahlungen


Licht-Implantat in einer Wirbelsäule zur Nervenstimulation (Illustration: birmingham.ac.uk)
Licht-Implantat in einer Wirbelsäule zur Nervenstimulation (Illustration: birmingham.ac.uk)

Birmingham (pte001/08.05.2024/06:00)

Patienten mit Rückenmarksverletzungen dürfen laut Forschern der University of Birmingham auf Heilung oder zumindest Linderung ihrer Beschwerden hoffen. Denn ihnen ist es gelungen, gestörte Nervenverbindungen mithilfe von rotem und nahinfrarotem Licht zu reparieren. Das Licht wird direkt an den Ort der Verletzung geleitet. Die Experten haben die optimale Dosis für den neuartigen therapeutischen Ansatz ermittelt und gezeigt, dass er zu erheblichen therapeutischen Verbesserungen führen kann, einschließlich einer signifikanten Wiederherstellung von Gefühl und Bewegung sowie der Regeneration geschädigter Nervenzellen.

Nervenzellen sollen wachsen

Licht der Wellenlänge 660 Nanometer wirkt sowohl neuroprotektiv, verbessert also das Überleben von Nervenzellen, als auch neuroregenerativ, es regt also das Wachstum von Nervenzellen an. Die Forscher unter der Leitung von Zubair Ahmed haben Zellmodelle genutzt, um die optimale Frequenz des Lichts und die effektivste Bestrahlungsdauer zur maximalen Wiederherstellung der Funktion und zur Stimulation des Wachstums der Nervenzellen zu bestimmen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Bestrahlung mit rotem Licht einer Wellenlänge von 660 Nanometer für eine Minute pro Tag die Lebensfähigkeit der Zellen - ein Maß für die Anzahl der lebenden Zellen - über einen Zeitraum von fünf Behandlungstagen um 45 Prozent erhöhte.

Lichtwellenleiter überträgt Licht

Derzeit ist das Verfahren für die nötige Behandlungsdauer jedoch nur bedingt geeignet. Es ist nötig, die Lichtquelle dort zu platzieren, wo sie ihre heilende Wirkung entfalten soll. Das könnte mit minimal invasiv eingeführten Lichtwellenleitern gelingen, die nach Behandlungsende wieder entfernt werden. Ahmed denkt auch daran, implantierbare Lichtquellen zu entwickeln, die beispielsweise ins Gehirn eingesetzt werden, um dortige Nervenzellen zu stimulieren.

Operationen nach Rückenmarksverletzungen sind üblich, aber derzeit zielen diese nur auf die Stabilisierung der durch das Trauma beschädigten Knochen der Wirbelsäule ab. Künftig könnten die Chirurgen bei dieser Gelegenheit ein Gerät implantieren, das zum Schutz und zur Reparatur des Rückenmarks beiträgt.

(Ende)
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