pte20070613033 Technologie/Digitalisierung, Forschung/Entwicklung

IT-Riesen im Kampf gegen Treibhausgase

Bis 2010 jährliche Einsparungen von 5,5 Mrd. Dollar geplant


PCs und Server sollen stromsparender werden (Foto: fotodienst.at)
PCs und Server sollen stromsparender werden (Foto: fotodienst.at)

Mountain View (pte033/13.06.2007/13:40) Chipriese Intel und Internetgigant Google haben sich an die Spitze eines Konsortiums aus führenden Unternehmen der IT- und Energiebranche sowie Umweltorganisationen gesetzt. Die Climate Savers Computing Initiative http://www.climatesaverscomputing.org will mit geballter Macht energiesparende Technologien durchsetzen und so den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren. "Von anderen Initiativen unterscheidet uns, dass wir uns konkrete Ziele gesetzt haben", betont Intel-Sprecher Mike Cato gegenüber pressetext. So wird bis 2010 eine Energieeffizienz von 90 Prozent angepeilt. Dadurch sollen jährlich 5,5 Mrd. Dollar an Energiekosten und 54 Mio. Tonnen an Treibhausgas-Emissionen eingespart werden.

"Bis 2010 wird die Initiative Treibhausgas-Emissionen in einem Umfang eingespart haben, der einem Rückgang um elf Mio. Autos oder der Abschaltung von zwanzig 500-Megawatt starken Kohlekraftwerken entspricht", so Intel-Vizepräsident Pat Gelsinger. Derzeit verschwende ein herkömmlicher PC etwa die Hälfte der Energie, die ihm zugeführt wird, bei einem Server sei es immerhin ein Drittel, bekräftigt Google-Vize Urs Holzle. Insbesondere im Serverbereich macht derzeit die große Hitzeentwicklung den Einsatz von stromfressenden Klimaanlagen notwendig. "Wir glauben, dass auch die Unternehmen den Sinn von energieeffizienten Lösungen langsam erkennen, nicht zuletzt, weil sie dank effektiveren PCs und Servern unter dem Strich auch Geld sparen", zeigt sich Cato überzeugt.

Die Liste der Unterstützer der Climate Savers Computing Initiative liest sich wie das "Who is Who" der IT-Industrie. Intel und Google haben sich etwa AMD, Dell, EDS, HP, IBM, Lenovo oder Microsoft ins Boot geholt. Der WWF gilt mit seinem Climate-Savers-Programm als eigentlicher Initiator. Neben Energiekonzernen wie Pacific Gas sind auch Endkunden wie Starbucks der Initiative beigetreten. Die Unterstützer verpflichten sich dazu, nicht nur energieeffiziente Geräte zu bauen, sondern diese auch in ihren eigenen Unternehmen einzusetzen. Auf der Website der Initiative können sich darüber hinaus Privatkunden informieren, wie sie mit der Aktivierung von bereits existierenden Energiespar-Funktionen - etwa dem Sleep-Modus - Strom sparen könne.

"Bei der Initiative geht es nicht nur darum, CPUs oder Chipsätze stromsparend zu gestalten, sondern das betrifft das gesamte System", sagt Cato. Allein die Tatsache, dass sich mit Intel und AMD die beiden größten Chiphersteller verpflichtet haben, effiziente Prozessoren herzustellen, bedeute, dass diese in Zukunft dominieren würden, unterstreicht der Intel-Sprecher die Bedeutung einer breit angelegten Aktion. Da, wo das Strom sparen bereits wichtig ist, etwa in Notebooks, sei der angepeilte Wirkungsgrad des facto ohnehin schon erreicht. Nun gilt es, dies auch im PC- und Serverbereich zu schaffen.

Die Climate Savers Computing Initiative orientiert sich in ihren Zielen an den von der Environmental Protection Agency (EPA) gesetzten "Energy-Star"-Richtlinien, geht aber in einigen Punkten noch weiter. So fordert die EPA eine Energieeffizienz von 80 Prozent, die Initiative bis 2010 mindestens 90 Prozent. Im Serverbereich hat die Initiative die Ziel-Messlatte für 2010 auf 92 Prozent gelegt. Derzeit sind es 85 Prozent.

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