pts20050913023 Auto/Verkehr

Austro Control und Flughafen Wien präsentieren neuen Tower


Wien (pts023/13.09.2005/11:07) Der neue Tower am Flughafen Wien gehört mit seinen 109 m zu den Höchsten in Europa und wird damit zum weithin sichtbaren neuen Wahrzeichen des Flughafens werden. Von hier aus werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Austro Control und des Flughafen Wien für einen sicheren, effizienten und pünktlichen Ablauf des Flugverkehrs sorgen. Im Rahmen eines Events wurde der neue Tower jetzt nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet. Die endgültige Inbetriebnahme erfolgt Mitte Oktober.

"Der neue Tower steht symbolisch für das Vertrauen in eine weiterhin positive Entwicklung der Luftfahrt mit Wien als wichtiger Drehscheibe für die internationale Luftfahrt", so Dr. Christoph Baubin, Generaldirektor der Austro Control. "Die Kapazitäten für die sichere und pünktliche Abwicklung des kontinuierlich steigenden Flugverkehrs zu wettbewerbsfähigen Bedingungen bereitzustellen, ist unsere Verpflichtung. Der neue Tower ist dabei ein wesentliches Element" so Baubin anlässlich einer Pressekonferenz am Flughafen Wien.

"Unsere Zielsetzung war es, ein architektonisch einzigartiges Gebäude und damit ein neues Wahrzeichen für die Region um den Flughafen zu schaffen" erklärte der Vorstandssprecher der Flughafen Wien AG Mag. Herbert Kaufmann.
Im Sommer 2001 erfolgte eine EU-weite Ausschreibung um den besten Generalplaner für das Projekt "Flugsicherungstower" zu ermitteln. 29 Teilnehmer aus mehreren europäischen Ländern beteiligten sich an der zweistufigen Abwicklung. Schließlich stand am 19. Juli 2002 das Modell des Wiener Architektenbüros Zechner & Zechner als Siegerprojekt fest.

Architektonisch gehört der neue Tower sicher zu den bemerkenswertesten Bauwerken der jüngeren Vergangenheit. Die prominente Lage des neuen Towers in der Haupteinfahrt zum Flughafen bot die Chance, im Entree zum Flughafenareal ein städtebauliches Zeichen mit Signalcharakter zu schaffen. Durch die besondere Höhe des Gebäudes von über 109 m ist er bereits von großer Entfernung sichtbar und dient so der Orientierung der ankommenden Reisenden aber auch der Personen innerhalb des Flughafens. Die Errichtungskosten betrugen inklusive der technischen Einrichtungen für das Air Traffic Control insgesamt Eur 50 Mio.

Der neue Tower bietet aufgrund seiner Höhe und Position einen hervorragenden Gesamtüberblick über den Flughafen. Von hier erhält die Mannschaft im Cockpit - abhängig vom Verkehrsaufkommen - von den Fluglotsen der Austro Control die Erlaubnis, die Triebwerke zu starten, zur Piste zu rollen, die Startgenehmigung und die Anweisung, wie nach dem Start zu fliegen ist.

Hochleistungsrechner verarbeiten alle einlangenden Daten und bereiten sie für den Lotsen entsprechend auf. Das Datennetz des Tower Wien ist in sich redundant ausgeführt, basiert auf moderner Glasfasertechnologie und stellt die Grundlage für die ausfallsichere Datenkommunikation im Tower dar. Im Airport Surface-Movement, Tracking, Observation and Control System - in dieser Form kurz ASTOS - laufen alle Informationen, die unter anderem von den Radaranlagen über Bewegungen am Boden und in der Luft geliefert werden, zusammen und werden dem Lotsen zur Darstellung gebracht. Dieses System wurde auf Grund der Erfordernisse der Fluglotsen entwickelt und ist weltweit einzigartig. Über das ADD (Aerodrome Data Display) erhält der Lotse darüber hinaus alle flugplatzrelevanten Daten: von Wetterinformationen über den Status der Navigationsanlagen bis hin zu Informationen über die Pisten.

Die Inbetriebnahme erfolgt in mehreren Schritten. Von Austro Control sind bereits der Flugwetterdienst und die Flugsicherungstechnik ebenso wie die Vorfeldkontrolle der Flughafen Wien AG übersiedelt. Mitte Oktober folgen die Flugplatzkontrollstelle und der Luftfahrtinformationsdienst. Zu Beginn des nächsten Jahres wird schließlich die Anflugkontrollstelle Wien aus dem Air Traffic Control Center Vienna im 3. Bezirk ebenfalls in den neuen Tower verlegt.

Verleihung des "European Steel Design Award 2005" für den neuen Tower
Alle zwei Jahre verleiht die Europäische Konvention für Stahlbau EKS den Steel Design Award. Diese Auszeichnung wird pro Land für ein herausragendes Beispiel in Architektur oder Ingenieurbau verliehen. Insgesamt sind 23 europäische Länder in der EKS vertreten. Im Jahr 2003 wurde u.a. das Atriumdach des British Museum in London, geplant von Architekt Norman Foster, ausgezeichnet. In den Jahren davor wurden das UFA Cinema Center in Dresden von Coop Himmelb(l)au sowie der Cargo Lifter Hanger in Brand bei Berlin prämiert.
Heuer wurde das Projekt Tower Wien für seine über 3300 m^2 große, mit einer Membrane bespannten Stahlkonstruktion, der Architekten Zechner & Zechner, ausgezeichnet. Das Projekt konnte sich in der Endrunde gegen den Red Bull Hangar in Salzburg durchsetzen.

(Ende)
Aussender: Austro Control
Ansprechpartner: Dr. Heinz Sommerbauer
Tel.: 051703-9100
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