pts20100609007 Handel/Dienstleistungen, Produkte/Innovationen

Gemüse mit Stammbaum: GS1-Standards forcieren Konsumentenschutz

Aufholbedarf im Lebensmittelsektor in Sachen Sicherheit und Rückverfolgbarkeit


Wien (pts007/09.06.2010/10:00) Seit über 30 Jahren verknüpft GS1 Daten- und Warenströme: zwischen Betrieben, länderübergreifend und im Interesse unterschiedlicher teilnehmender Branchen mit dem Ziel die Warenwirtschaft effizienter und sicherer zu gestalten. "Gerade im Lebensmittelsektor stehen in jüngster Zeit Aspekte wie Sicherheit und Rückverfolgbarkeit weit oben auf der Rangliste, wenn es um den Schutz der Konsumenten geht. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn die Liste der Lebensmittelskandale, die in den letzten Jahren das Vertrauen der Verbraucher erschüttert hat, ist lang", weiß Mag. Alexander Meissl, Projektleiter der Standardisierungsorganisation GS1 Austria. Vom Glykolwein-Skandal über die BSE-Krise und das Melamin im Milchpulver bis hin zum Gammelfleisch oder Listerien-Käse scheinen die Sicherheitslücken in der Wertschöpfungskette immer größer zu werden.

Kennzeichnung schützt heimische Produzenten
Gleichzeitig mit der zunehmenden Verunsicherung der Konsumenten wird auch die Forderung lauter, die Herkunft der Lebensmittel bis zum Urproduzenten bestmöglich zurück zu verfolgen. Globale Standards, wie die von GS1 Austria, können diesen Weg - auf Basis einer wirtschaftlich tragbaren Lösung für Unternehmen - sicherstellen. Für viele Branchen haben sich GS1-Standards als weltweit eindeutige Kennzeichnung etabliert, die unter anderem auch für Sicherheit und Rückverfolgbarkeit entlang der Hersteller- und Lieferkette stehen. GS1 stellt dazu ein weltweit eindeutiges Identifikations- und Codiersystem für Adressen, Artikel, Versandeinheiten, Leistungen, Standorte zur Verfügung.

Für die landwirtschaftliche Urproduktion sind die globalen Standards noch weitgehend Neuland. Um diesen weißen Fleck auf der Landkarte einen Schritt weiter zu erschließen, hat GS1 Austria mit Experten mögliche Anwendungen in der Primärwirtschaft erarbeitet. "Der Einsatz von GS1-Standards in der Verlängerung der Wertschöpfungskette bis hin zur Urproduktion wäre sinnvoll, die konkreten Umsetzungsschritte gilt es jetzt auszuarbeiten. Damit kann in Zukunft verhindert werden, dass im Falle von Lebensmittelskandalen immer wieder heimische Produzenten unschuldig zum Handkuss kommen", betont Meissl und ergänzt: "Wir haben gute Kennzeichnungssysteme für die Landwirtschaft, die jedoch derzeit vertikal nicht durchgängig und horizontal inkompatibel sind. Mit GS1 könnte diese Schwachstelle einfach behoben werden." Viele Millionen Einheiten landwirtschaftlicher Produkte gehen täglich über den Ladentisch. Woher sie kommen, wie sie hergestellt und verarbeitet werden, welches Saatgut oder Futtermittel eingesetzt wird oder wie lange sie transportiert werden, könnte mithilfe von GS1-Standards einfach, transparent und weltweit gültig kommuniziert werden.

Frischebereich als Vorreiter
Eine tragfähige Lösung auf Basis des GS1-Systems existiert bereits für den Frischebereich. "In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Lebensmittelhandel hat GS1 Austria Lösungen für den Frischebereich erarbeitet, die bereits erfolgreich in die Praxis umgesetzt sind. Darin werden die Prozesse beginnend bei der Kennzeichnung von Endverbraucherebene bis hin zur Kennzeichnung größerer Einheiten, wie etwa der Kiste aufgezeigt", erklärt der GS1-Projektleiter. Die durchgängige Verwendung der GS1-Standards bringt hier seit rund fünf Jahren eine deutliche Verkürzung der Durchlaufzeiten, die Minimierung von Lagerbeständen sowie eine Maximierung der Produktqualität, wodurch die Frische der Ware bis hin zum Konsumenten garantiert wird. "Die seitens gesetzlicher Auflagen geforderte lückenlose Verfolgbarkeit und Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette der Produkte wird sichergestellt", so Meissl.

Über GS1 Austria
GS1 Austria (früher EAN Austria) stellt als Lizenznehmer der internationalen GS1-Organisation das GS1-Nummerierungssystem sowie Standards und Empfehlungen aus den Bereichen GS1 BarCodes, GS1 eCom, GS1 GDSN, GS1 EPCglobal, Mobile Commerce und Traceability für das Lizenzgebiet Österreich zur Verfügung und ist auf internationaler Ebene an deren Weiterentwicklung beteiligt. Weiters werden in Österreich Beratungs- und Schulungsleistungen im Zusammenhang mit dem GS1-System erbracht. Zur Verbreiterung der Anwenderbasis des GS1-Systems werden Branchenprojekte (z.B. Healthcare) durchgeführt. Darüber hinaus ist GS1 Austria mit der Durchführung der ECR-Austria-Initiative beauftragt.

Info & Kontakt: GS1 Austria, Mag. Alexander Meissl, meissl@gs1.at , http://www.gs1.at , Tel.: 01/505 86 01-0

(Ende)
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