pte20061205002 Umwelt/Energie, Forschung/Entwicklung

Brasilien: Amazonas vor Rodung gerettet

Umweltschützer warnen vor Raubbau für Sojaplantagen


(Foto: CONSERVATION INTERNATIONAL)
(Foto: CONSERVATION INTERNATIONAL)

Washington/Brasilia (pte002/05.12.2006/06:00) Ein großer Teil des Amazonas-Regenwaldes im Norden von Brasilien wird unter Schutz gestellt, berichtet die Umweltorganisation Conservation International http://www.conservation.org . Die ausgewiesene Naturschutzregion im nördlichen Bundesstaats Para umfasst eine Fläche von insgesamt 16,4 Mio. Hektar - das ist mehr als die gesamte Fläche von England. Die Umweltorganisation spricht von einer der artenreichsten Regionen der Erde, in der einige sehr seltene Tier- und Pflanzenarten leben.

Nach Angaben von Conservation International ist die Entscheidung des Gouverneurs von Para, Simao Jatene, eine der wichtigsten Schutzprojekt-Initiativen der vergangenen Jahre. Die Umweltorganisation sieht damit den Regenwald für künftige Generationen vor Rodungen gesichert. Erfreut zeigt sich auch der Regenwald-Experte Wolfgang Pekny von Greenpeace-Österreich http://www.greenpeace.at über dieses Projekt. "Das Schrecklichste, was in diesen Regionen passiert, ist das Stehenlassen so genannter Urwaldinseln ohne Korridore", so Pekny gegenüber pressetext. "Wenn es keine Korridore zu anderen Waldteilen gibt, fehlt der genetische Austausch und die Artenvielfalt nimmt rapide ab." Pekny hatte vor sechs Jahren ein Buch über die Urwälder der Erde publiziert und war mehrmals in dieser Region.

"Natürlich wird am liebsten das unter Schutz gestellt, was ohnehin nicht kommerziell interessant ist", meint Pekny. "Bei unseren Erhebungen im Jahr 2000 war die Holzeinbringung noch der größte Feind des Regenwaldes." Das habe sich heute geändert. "Die Verlockung auf gerodetem Urwaldboden Soja anzubauen ist viel größer, denn Soja wird als Futtermittel überall hin verkauft." Die kommende Bedrohung der Regenwälder sieht der Experte, der sich derzeit mit dem Projekt "ökologischer Fußabdruck" gemeinsam mit dem WWF-Österreich http://www.wwf.at (pressetext berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=061024041 ) beschäftigt, auch in den Zuckerrohr-Monokulturen. "Der Durst nach Biotreibstoffen wird weltweit immer größer, allerdings fehlt in den meisten Staaten der Welt die Anbaufläche, daher sind wieder jene Länder gefragt, die über solche Flächen verfügen."

Dennoch feiern die Umweltschützer das neu gewonnene Schutzgebiet. "Diese Region verfügt über mehr unberührten Regenwald als jede andere auf der Welt", triumphiert Russell Mittermaier, Präsident von Conservation International. Insgesamt sind neun neue Regionen hinzugekommen, die auch einen Korridor zu den nördlich des Amazonas gelegenen Gebieten im Staat Amapa und weiter nördlich nach Französisch-Guyana, Guyana und Surinam bilden. Diese Region gilt unter den Wissenschaftlern als eine der wichtigsten ökologischen Nischen weltweit. Bisher sind fast 90 Prozent des Urwaldes am Guyana-Shield unberührt. Dieses Gebiet ist die wichtigste Süßwasser-Reserve des tropischen Südamerikas. Fast 20 Prozent des weltweiten Wassers läuft hier durch.

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